Archive für 3.10.2009

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RATGEBER

Depression - Gefangen im Käfig

In unseren sogenannten enwickelten Ländern leiden mehr und mehr Menschen an Depression. Die Altersgruppe der Erkrankten scheint sich traurigerweise auch gegen unten auszuweiten. Depression kann Kinder, Jugendliche und Erwachsene jedes Alters gefangen nehmen. Wer an Depression leidet, findet sich in einem selbsterbauten Käfig mit einer dicken Wand, die ihn oder sie von allen anderen trennt. Doch diesen Käfig erbauen wir uns selber und können deshalb auch wieder daraus ausbrechen.

Die meisten von uns kennnen wohl Anflüge von Depression, wenn alles plötzlich kalt und unerträglich traurig scheint. Auch wenn da noch so viele helfende Hände sein mögen, sie schaffen es in dem Moment nicht, durch unsere unsichtbare doch undurchdringbare Wand durchzustossen. Die gefährlichste Nebenwirkung von Depression ist Suizid, wenn uns die Wände dieses Käfigs ersticken.

Doch wie erbauen wir diesen Käfig überhaupt? Zum einen sind wir viel zu fest mit uns selbst beschäftigt. Überzeugt, dass wir die wichtigste Person im Universum sind, und dass alle anderen Lebewesen nur Statisten in unserer Welt sind, arbeiten wir ständig an der Erfüllung unserer Wüsche und unseres Glücks. Auf diese Weise empfinden wir es als äusserst schlimm, wenn wir kritisiert und verlassen werden oder wenn wir uns nicht genug anerkannt fühlen und so unsere Wünsche nicht erfüllt werden. Doch wenn andere kritisiert werden, stört uns das in der Regel nicht gross. Das heisst, wir haben da eine Wahl, ob uns unerwünschte Begebenheiten in den Käfig führen oder nicht.

Dafür müssen wir zuerst die Entscheidung treffen, dass wir uns selber von jetzt an nicht mehr ganz so wichtig nehmen werden. Schliesslich sind wir ja nur eine Person während andere zahlreich sind. Wenn uns dann das nächste Mal jemand anrempelt oder kritisiert, trifft es uns schon viel weniger. Dies ist nur ein ganz kleiner Wechsel unserer Sichtweise und macht unser Leben um vieles glücklicher. Alles Unsinn? Probieren sie es aus! Sie können dies ganz bequem von der Couch bei ihnen Zuhause üben. Nebenwirkung gibt es nur eine: Die Wände des Käfigs werden sich schon bald in Luft auflösen!

Präventive Maßnahmen gegen Alzheimer

Eine mediterrane Ernährungsweise, Fischöle, ausreichende körperliche und geistige Bewegung sowie hin und wieder ein Glas Rotwein reichen aus, die Alzheimererkrankung zu verhindern beziehungsweise den Verlauf zu mildern.

Aufgrund unzureichenden medizinischen Kenntnisse im Umgang mit Alzheimer rücken präventive Maßnahmen immer stärker in den Vordergrund. Besonders die mediterrane Ernährungsweise mit hochwertigen pflanzlichen Ölen sowie Gemüse, Obst, Fisch und Fleisch hat sich als wirksamer Schutz bewiesen. Desgleichen stellt sich ein moderater Alkoholkonsum laut der Rotterdamer Studie als effektiver Mechanismus gegen Alzheimer dar (1). Weitere positive Wirkungen lieferten Fischöle in der Frühphase der Erkrankung. Anhand der Docosahexaensäure (Omega-3-Fettsäure) stellten Forscher vom Karolinska Institut in Stockholm einen signifikanten verzögerten Verlauf fest (2).

Neben den alimentären Faktoren spielen ebenso geistige wie körperliche Bewegung in der Verhinderung von Alzheimer eine maßgebliche Rolle. Sportliche Betätigung von mindestens 15 Minuten dreimal wöchentlich sorgen für eine bessere Durchblutung und Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Dieses erschwert eine Ablagerung von Plaques und reduziert somit das Risiko an Alzheimer zu erkranken um 30 bis 40 Prozent (3). Lesen, schreiben, rechnen, reden bis hin zu Kreuzworträtsel lösen sind ebenso vorbeugende Tätigkeiten.

Nicht zu vernachlässigen ist die Erforschung von degenerativen Krankheiten. Unter Hochdruck arbeitet die Wissenschaft und Pharmaindustrie an wirksamen Impfstoffen und Arzneimitteln. Medikamente zielen auf die Hemmung der Cholesterinsynthese sowie Entzündungs- und Blutgerinnungshemmung bis hin zu Inaktivierung von Enzymen die an der Bildung von Amyloid, dem Plaques im Gehirn, beteiligt sind ab. Trotz des intensiven Bemühens gibt es jedoch noch keine effektive medikamentöse Behandlung für die komplexe Erkrankung.

Um den Handlungsbedarf zu verdeutlichen, ist nur ein Blick auf die Erkrankungszahlen notwendig: Mehr als eine Millionen Menschen leidet in Deutschland an demenziellen Erkrankungen, davon rund 650.000 an Alzheimer. Weltweit beziffert das Karolinska Institut eine Betroffenenzahl von 29,3 Millionen für das Jahr 2005. Ein weiterer Anstieg ist aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft unabdingbar. 2.360 Zeichen

Redaktion: Anja Baustian

Literatur:
(1) Ruitenberg A, van Swieten JC, Wittemann JC et al.: Alkohol consumption and the risk of dementia: the Rotterdam Study. Lancet 2002 (26. Januar); 359: 281-286
(2) Yvonne Freund Levi, Maria Eriksdotter-Jnhagen, Tommy Cederholm, Hans Basun, Gerd Faxn Irving, Anita Garlind, Inger Vedin, Bengt Vessby, Lars-Olof Wahlund, Jan Palmblad: Omega-3 fatty acid treatment of 174 patients with mild to moderate Alzheimer’s disease (OmegAD): a randomized double-blind trial. Archives of Neurology, October 2006, ref. 2006; 63:1402-1408
(3) Larson, E.B., Wang, L., Bowen, J.D., McCormick, W.C., Teri, L., Crane, P., Kukull, W.: Exercise Is Associated with Reduced Risk for Incident Dementia among Persons 65 Years of Age and Older. Annals of Internal Medicine 2006, 144 (2), 73-81

Rezepte: Gesunde Ernährung

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