Sie mögen Apfelsaft? Dann sollten Sie in Zukunft öfter zur trüben statt klaren Variante greifen. Warum? Höhere Polyphenolgehalte schützen verstärkt vor Krebs- und Herzerkrankungen.
Viermal so hoch als in klaren sollen die Polyphenolgehalte in trüben Apfelsäften sein. Das ergab eine kürzlich veröffentlichte Studie der Landwirtschaftlichen Universität Wroclaw (Polen). Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe und fördern die Gesundheit. Als potente Radikalfänger hemmen sie u.a. die Entstehung von Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen. Warum der klare Saft mehr Polyphenole enthält, liegt an der Produktionsweise. Um klaren Apfelsaft zu erhalten, werden Enzyme zugesetzt, die den Gehalt an Pektin und Stärke reduzieren. Gleichzeitig sinkt der Polyphenolgehalt. Ob klar oder trüb, ist jedoch nicht der einzige Einflussfaktor auf die Konzentration an sekundären Pflanzenstoffen. Die Apfelsorte spielt ebenso ein Rolle. Saft der Sorte „Idared“ hat im Vergleich zu dem der Sorte „Champion“ 75 % weniger Polyphenole. Damit ist auch seine antioxidative Wirkung um 75 % niedriger.
Eine deutsche Studie aus 2005 untersuchte den Effekt von trüben und klaren Apfelsäften auf die Entstehung von Darmkrebs. Dabei wurde Ratten eine krebserregende Substanz und unterschiedlicher Apfelsaft zugeführt. Während trüber Apfelsaft die Zerstörung von Darmzellen verhinderte, tat dies klarer Saft nicht. Trüber Saft verminderte im Gegensatz zu klarem auch die Anzahl der großen anormalen Drüsenherde und unterstützte das Immunsystem. Die Studienautoren vermuten, dass komplexe Polyphenole oder andere Inhaltsstoffe, wie Pektin, für den stärker krebshemmenden Effekt von trüben Apfelsäften verantwortlich sind.
Es ist bekannt, dass Apfelsaft bei empfindlichen Personen Durchfall auslösen kann. Ob es hier Unterschiede zwischen klaren und trüben Säften gibt, untersuchte eine niederländischen Studie. Während trüber Apfelsaft die Stuhlfrequenz und –konsistenz nicht beeinflusste, führte klarer Apfelsaft in einer Menge von 10 ml/kg Körpergewicht zu Durchfall. Der Grund für die unterschiedlichen Effekte: Klarer Apfelsaft enthält wegen der enzymatischen Vorgänge mehr Fruchtzucker sowie unverdauliche Ein- und Mehrfachzucker.
Fazit: Trüb statt klar: Ein simpler Tausch tut gut. Trüber Apfelsaft wirkt positiv auf den Darm und bringt durch den hohen Polyphenolgehalt gesundheitliche Vorteile.
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